Admiral

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Admiral

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
Gattung: Vanessa
Art: Admiral
Wissenschaftlicher Name
Vanessa atalanta
(Linnaeus, 1758)

Der Admiral (Vanessa atalanta) zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung der Vanessa. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Admiral erreicht eine Flügelspannweite von 50 bis 60 Millimeter. Der Körper ist schwarzbraun gefärbt und dicht behaart. Die Oberseite der Flügel weist eine überwiegend schwarzbraune Grundfärbung auf, zwei auffällige orangrote Längsbinden ziehen sich dabei über die Vorderflügel. Die äußeren Kanten sind mit weißen Fleckenmuster gekennzeichnet. Auf den Hinterflügeln befindet sich am Saum ein breiter orangeroter Rand, der in sich einige schwärzliche Punkte aufweist. An den inneren Kanten befinden sich in dieser roten Binde zwei kleine blaue Punkte, die schwarz abgesetzt sind. Die Unterseite der Flügel weist eine gräuliche bis schwarze Grundfärbung auf. Die Fühler sind fadenartig und verdicken sich zum Ende hin keulenartig. Die Fühler und die Extremitäten weisen eine graubraune Färbung auf.

Lebensweise

Die Männchen des Admirals gelten als ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Konkurrenten. Hier sind meist wilde Verfolgungsflüge zu beobachten. Je nach Verbreitungsgebiet fliegt der Admiral in zwei bis drei Generationen von Februar bis in den November.
Admiral: Seitenansicht
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Admiral: Seitenansicht
In mediterranen Verbreitungsgebieten, insbesondere in Südeuropa, kann auch eine Überwinterung als Falter erfolgen. Die mitteleuropäischen Falter fliegen dazu im Herbst in den Süden Europas. Teilweise müssen dazu die Alpen überquert werden.

Verbreitung

Der Admiral ist sehr weit verbreitet. Er kommt sowohl in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien als auch in Mittel- und Nordamerika vor. Insgesamt ist festzustellen, dass der Admiral weite Wanderungen von bis zu 2.000 Kilometer unternimmt. Diese Wanderungen erstrecken sich immer in Nord-Süd-Richtung. Zur Überwinterung fliegt er grundsätzlich in südliche Gebiete. Er lebt meist in lichten Wäldern und an deren Rändern, auf Streuobstwiesen und Agrarflächen. Aber auch in der Nähe von Siedlingsräumen ist er häufig in Gärten und Parks anzutreffen. In Höhenlagen ist der Admiral bis in Höhen von gut 2.000 Metern zu Hause. In Europa werden zum Beispiel regelmäßig die Alpen überquert.

Ernährung

Die Raupen des Admirals fressen ausschließlich an Brennesseln der Gattung Urtica. In südlichen Verbreitungsgebieten werden auch Glaskraut der Gattung Parietaria angenommen. Innerhalb eines eingerollten Blattes fressen sie etwa vier Wochen lang. Die fertigen Falter des
Admiral: Draufsicht
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Admiral: Draufsicht
Admirals ernähren sich von Nektar und anderen Pflanzensäften. Sie sind oft auf Sommerflieder (Buddleja davidii) und Gewöhnlichem Wasserdost (Eupatorium cannabinum) anzutreffen, wo sie Nektar saugen. Im Herbst saugen sie auch am Saft reifer Früchte, die zu Boden gefallen sind. Auf seiner Nahrungssuche fliegt der Falter im flatterartigen Flug, der charakteristisch durch Segeleinlagen unterbrochen wird.

Fortpflanzung

Mit der Metamorphose zum Falter ist der Admiral geschlechtsreif. Die Paarungszeit beginnt in der ersten Generation im Mai und kann sich in zweiter Generation bis in den August erstrecken. Bei der eigentlichen Paarung berühren sich die Geschlechter charakteristisch mit den Hinterleibern. Dabei erfolgt letztendlich die Befruchtung. Das Weibchen legt ihre Eier einzeln auf ein Blatt einer Brennessel der Gattung Urtica. Die Eier sind grünlich gefärbt und von der Form her länglich oval. Bereits nach gut sieben Tagen schlüpfen die kleinen Raupen. Sie rollt sich in ein Blatt ein und frisst dort an der Innenseite des Blattes. Das Blatt wird dabei regelrecht zu einer Art Tüte zusammengerollt. Zusammengehalten wird eine solche Blattrolle durch Gespinnstfäden.

Die Raupe weist eine sehr variable Färbung auf. Je nach Vorkommen, Generation und Alter der Raupe können rote, grüne, braune sowie weiße und schwarze Variationen auftreten. Allen gemeinsam sind die langen dornenartigen Fortsätze, die die gesamte Körperoberfläche überziehen. Die Grundfärbung der erwachsenen Raupe in mitteleuropäischen Verbreitungsgebieten ist schwarz. Sie weist dabei eine weißliche Sprenkelung auf.
Admiral: Seitenansicht
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Admiral: Seitenansicht
Die charakteristischen dornenartigen Fortsätze sind gelblich. Nach der Fressphase von gut vier Wochen, fängt die Raupe an sich zu verpuppen. Die Verpuppung erfolgt an einem Blatt ihrer Futterpflanze. Die Puppe weist eine bräunliche Färbung auf. Nach einer Puppenruhe von zwei Wochen schlüpft dann der fertige Falter. Eine Überwinterung kann als Raupe oder in südlichen Verbreitungsgebieten auch als Falter erfolgen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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