Acanthepeira stellata

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Acanthepeira
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Acanthepeira
Art: Acanthepeira stellata
Wissenschaftlicher Name
Acanthepeira stellata
(Walckenaer, 1805)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:014421]

Diese Spinnenart Acanthepeira stellata gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Acanthepeira. Im Englischen wird die Art Star-Bellied Spider oder Starbellied Orb Weaver genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Acanthepeira stellata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 10 Millimeter. Ein typisches Merkmal für diese Art ist das mit Noppen und mit Stacheln besetzte sternförmige kompakte Opisthosoma. Diese Spinne ist in ihrem Netz zwischen hochgewachsenen Gräsern und Unkräutern kaum sichtbar für Mensch und Tier. Die Markierungen können farblich stark variieren. So gibt es Exemplare, die schwarzgelbliche oder rötlichbraune Markierungen am Körper aufweisen. Die Beine sind ähnlich wie Tigerstreifen geringelt. Insgesamt sind die farblichen Markierungen und die geringelten Beine eine vorzügliche Tarnung für die Spinne. Denn die Schutzfärbung und die geometrischen Elemente am gesamten Körper der Spinne verwirren das Auge des Betrachters, so dass er die Spinne in der Vegetation kaum zu erkennen vermag. Die stark diagonalen Linien und Formen sowie die Größe und der Umfang des Körpers und die Schutzfärbung sind auch ein vorzüglicher Schutz der Spinne gegenüber den natürlichen Fressfeinden.

Lebensweise

Acanthepeira stellata findet sich in weiten Teilen der USA. In der Regel webt diese Art ihr Netz in der Nacht in Gräsern und an niedrigen Sträuchern, das mit einem zusätzlichen zickzackförmigen Band stabilisiert wird. Dieses Stabiliment besteht aus auffällig gewebten Spiralen. Mit Hilfe des Stabiliments fängt die Spinne im Durchschnitt 34 Prozent weniger Insekten (Insecta) als ohne Stabiliment. Allerdings wird das Netz mit dem sichtbar markierten zickzackförmigen Band weit weniger durch fliegende Vögel beschädigt. Die Einbeziehung des Stabiliments wird durch viele Faktoren bestimmt, einschließlich der Beutedichte und des gewählten Netz-Standortes.

Verbreitung

Acanthepeira stellata ist die häufigste, weit verbreitete Art aus der Gattung Acanthepeira. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Kanada bis in den Süden der Vereinigten Staaten von Amerika und zwei Drittel östlich der Vereinigten Staaten von Amerika sowie bis in den Süden von Mexiko, vor allem im südlichen Teil von San Cristóbal de las Casas (Stadt im zentralen Hochland von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat von Mexiko) wurde die Spinne häufig gesichtet. Die ersten Exemplare wurden in Kansas von Scheffer, 1904 beschrieben und zwei zusätzliche Arten Acanthepeira cherokee (Levi, 1976) und Acanthepeira marion (Levi, 1976) wurden vor Ort innerhalb des Staates Kansas ebenfalls von dem Autor entdeckt. Drei der vier Arten aus dieser Gattung Acanthepeira sind Teil der Fauna von Kansas. Die Spinne hält sich an Waldrändern, an der gelbblühenden Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis) auf. Dieses ein Meter hohe Gewächs findet man im Spätsommer auf Waldwiesen, sonnigen Hügeln und Waldrändern. Des Weiteren hält sich die Spinne an Teichen mit Simsen (Scirpus) bewachsenen Sandstränden auf, an Straßenrändern, an Rhododendren, an der Kultur-Heidelbeere (Vaccinium angustifolium) sowie an Nestern von Falken (Falco) auf. Im frühen zweiten Wachstum findet man die Spinne in Kornfeldern, auf brachliegenden Ackerflächen, an Apfelbäumen, zwischen Unkraut sowie zwischen Sträuchern und in Gräsern.

Ernährung

Acanthepeira stellata ernährt sich von Insekten (Insecta) und Käfern (Coleoptera). Die Beutetiere können durchaus die doppelte Größe aufweisen. Die Spinne ist in der Nacht aktiv, am Tage hält sie sich in der Nähe des Netzes auf. Hat sich ein Beutetier im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Ausgelöst wird dieser Reflex durch die Erschütterung, die von einem Beutetier ausgeht. Dann wird durch einen Biss ein Verdauungsenzym injiziert und kurz darauf wird das Beutetier ausgesaugt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht Acanthepeira stellata mit der Imaginalhäutung (Reifehäutung). Das Männchen webt einen Paarungsfaden, um auf diesem sein Sperma zu lagern. Auf diesem Paarungsfaden findet auch die Paarung statt. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Bulben auf, um es später dem Weibchen zu überreichen. Die Bulben liegen an den Pedipalpen. Im Zuge der folgenden Kopulation, die nur wenige Sekunden dauert, führt das Männchen seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen mehrere grauweiße Eikokons ab. Ein Kokon wird mit einigen Dutzend Eiern gefüllt. Die Eikokons werden an einer nicht einsehbaren Stelle abgelegt und befestigt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

Acanthepeira stellata
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Acanthepeira stellata

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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