Aalstrich-Klettermaus

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Aalstrich-Klettermaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Baummäuse (Dendromurinae)
Gattung: Aalstrich-Klettermäuse (Dendromus)
Art: Aalstrich-Klettermaus
Wissenschaftlicher Name
Dendromus mystacalis
Heuglin, 1863

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Aalstrich-Klettermaus (Dendromus mystacalis) zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Aalstrich-Klettermäuse (Dendromus). Im Englischen wird die Aalstrich-Klettermaus Chestnut climbing mouse genannt. Ein weiteres, jedoch veraltetes Synonym ist Dendromus pumilio.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Aalstrich-Klettermaus erreicht eine Körperlänge von 5 bis 8 (7) Zentimeter, eine Schwanzlänge von 7 bis 10 (8) Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 1,5 bis 2 (1,7) Zentimeter, eine Ohrlänge von 1 bis 1,4 (1,2) Zentimeter sowie ein Gewicht von 8 bis 15 (12) Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der lange und unbehaarte Schwanz, der als Greiforgan dient und die schmalen Vorderfüße sind eine Anpassung an den Lebensraum im Geäst von Bäumen und Sträuchern. Markantes Merkmal sind die Höcker auf den Molaren. Dieses Merkmal trifft im übrigen auf alle Baummäuse (Dendromurinae) zu. Die Großzehe (Hallux) an den Vorderfüßen ist kürzer als die Großzehe an den Hinterfüßen. Das dorsale Fell weist eine überwiegend gelblichbraune Färbung auf, das Unterfell ist schiefergrau gefärbt. Ventral ist das Fell weißlich bis hellbraun deutlich heller gefärbt. Dorsal zeigt ein schwach entwickelter und dunkel gefärbter Aalstrich. Dieser Aalstrich kann aber auch nicht vorhandedn sein. Der Kopf ist zur Schnauze hin spitz zulaufend. Die großen, knopfartig geformten und dunkel gefärbten Augen liegen seitlich am Schädel und sind ein Indiz für die Nachtaktivität. Die Ohren liegen weit hinten am Schädel und ragen deutlich sichtbar aus dem Fell heraus. Seitlich der Schnauze zeigen sich lange Vibrissen, die der Orientierung dienen.

Lebensweise

Aalstrich-Klettermäuse sind überwiegend nachtaktiv. Zudem führen sie in dichter Bodenvegetation eine ausgesprochen verschwiegene Lebensweise. Die Tiere gelten als ausgezeichnete Kletterer und fühlen sich daher auch in niedrigen Bäumen und in Sträuchern wohl. Ihr Schwanz wird dabei als Kletter- und Greifhilfe eingesetzt. Während der Ruhephasen halten sich die Aalstrich-Klettermäuse in kugelartigen Nester auf, die aus feinen Gräsern gewoben werden und in niedriger Höhe oder am Boden entstehen. Mitunter entstehen die Nester auch in Büschen oder Bäumen. In derartigen Nestern bringen Weibchen auch ihren Nachwuchs zur Welt. Das Nestinnere hat einen Durchmesser von 7 bis 8 Zentimetern und wird mit weichen Blättern ausgepolstert. Aalstrich-Klettermäuse sind territorial und verteidigen ihr Revier vehement gegenüber Artgenossen. Nicht selten kommt es unter Rivalen zu heftigen Kommentkämpfen.

Unterarten

Einige Forscher sehen in Dendromus mystacalis messorius eine eigen Art und führen diese unter dem wissenschaftlichen Namen Dendromus messorius.

Verbreitung

Aalstrich-Klettermäuse kommen in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara vor. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Nigeria im Westen bis nach Somalia im Osten. Im Einzelnen ist die Art in Angola, in der Demokratischen Republik Kongo, in Äthiopien, Namibia, Kenia, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Ruanda, Südafrika, Swaziland, Tansania, Uganda, Sambia, und in Simbabwe anzutreffen. Zu den natürlichen Lebensräumen gehören insbesondere Baum- und Strauchsavannen sowie Gras- und Grünland mit entsprechender Vegetation. Dichte Wälder und ähnliche Lebensräume werden hingegen strikt gemieden. Aber auch in reinen Wüsten fehlt die Art. Aalstrich-Klettermäuse sind sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen bis in Höhen von rund 2.000 Metern anzutreffen. Auch die Nähe zum Menschen wird nicht gemieden. So sind sie auch in Obstplantagen, auf anderen landwortschaftlichen Flächen und im Siedlungsraum anzutreffen.

Ernährung

Die Aalstrich-Klettermaus gehört zu den Allesfressern. Neben pflanzlicher Nahrung wie Sämereien, Blätter, Gräsern und Kräutern wird zu einem kleineren Teil (rund 25 Prozent) auch auf tierische Kost zurückgegriffen. Dazu gehören insbesondere Insekten (Insecta), Spinnentiere (Arachnida) und andere kleine Gliederfüßer (Arthropoda). Auf Nahrungssuche gehen Aalstrich-Klettermäuse fast ausschließlich im Schutze der Dunkelheit.

Fortpflanzung

In den subtropischen und tropischen Regionen erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Die Spitze der Paarungszeit ist jedoch unbekannt. In einer Saison kommt es zumeist nur zu einem Wurf. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander und gehen ansonsten getrennte Wege. Unter den Männchen kommt es während der Paarungszeit zu teils heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit einem Weibchen. Mit der Aufzucht des Nachwuchses haben Männchen aufgrund der polygamen Lebensweise nichts zu tun. Nach einer Tragezeit von rund 35 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Kugelnest 3 bis 4 Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs kommt blind und nackt zur Welt. Er ist in den ersten Wochen auf den Schutz und die Obhut der Mutter angewiesen. Zum Säugen des Nachwuchses verfügen Weibchen über vier Paar Zitzen. Die Säugezeit und der Zeitpunkt der Selbständigkeit ist nicht erforscht. Ähnlich sieht es mit der Lebenserwartung in Freiheit aus, die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei rund 3 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Aalstrich-Klettermaus gehört noch nicht zu den bedrohten Arten. Selbst die weitreichende Vernichtung der natürlichen Lebensräume hat den Tieren bislang nicht geschadet. Als Kulturfolger sind Aalstrich-Klettermäuse ausgesprochen anpassungsfähig und fühlen sich in der Nähe des Menschen durchaus wohl. Schäden, die durch diese Mäuse entstehen könnten, sind nicht dokumentiert. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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