Ährenmaus

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Ährenmaus
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Mäuse (Mus)
Art: Hausmaus
Wissenschaftlicher Name
Mus spicilegus
Petényi, 1882

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Ährenmaus (Mus spicilegus) zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Mäuse (Mus) und hier zur Untergattung Mus. Im Englischen wird die Ährenmaus Mound-building Mouse oder Steppe Mouse genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Das Fell ist einheitlich gräulich gefärbt. Der Schwanz ist dünner als bei den sympatrischen bzw. verwandten Arten aus dem Mus musculus-Komplex. Von der Hausmaus unterscheidet sich die Ährenmaus durch das gräuliche Fell. Dieses ist bei der Hausmaus sehr dunkel, fast schwarz gefärbt. Der Schwanz der Hausmaus ist gleich lang oder länger wie die Körperlänge. Bei der Ährenmaus ist die Schwanzlänge kürzer als die Körperlänge. Weitere Unterschiede zeigen sich bei den kranialen Abmessungen und der Zahnmorphologie (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Ährenmaus ist ein kleiner Vertreter der Mäuse. Das Fell ist dorsal gräulich und ventral weißlich gefärbt. Lokal kann die Fellfärbung marginal variieren. Die Art erreicht eine Körperlänge von 69,7 bis 80,5 mm, eine Schwanzlänge von 55,2 bis 64,3 mm, eine Hinterfußlänge von 15,3 bis 16,5 mm, eine Ohrlänge von 10,3 bis 12,5 mm, eine Schädellänge von 20,2 bis 20,7 mm und eine Condylobasallänge von 18,5 bis 19,7 mm. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Lebensweise

Die Lebensweise in freier Natur ist nur wenig erforscht. Umfangreiche Studien liegen nur unter Laborbedingungen vor. Die Siedlungsdichte liegt unter günstigen Umständen bei 7 bis 10,5 Individuen je ha. Die Reviergröße liegt je nach Lebensraum und Geschlecht zwischen 150 und 260 m². Die Tiere leben im allgemeinen in unterirdischen Tunnelsystemen, die über mehrere Ein- und Ausgänge und über mehrere Kammern verfügen (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Verbreitung und Lebensraum

Die Ährenmaus kommt ausschließlich in Europa vor. Die Vorkommen erstrecken sich über Albanien Österreich, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Mazedonien, die Republik Moldau, Montenegro, Rumänien, Russland, Serbien, der Slowakei, Slowenien und die Ukraine. Die Art besiedelt das Flachland und Höhenlagen bis in Höhen von gut 200 m über NN. Besiedelt werden überwiegend offene Habitate wie Grasland, Steppen, Wiesen, Getreidefelder, Obstgärten, offene Wälder und Lichtungen. Geschlossene Wälder und menschliche Siedlungen werden strikt gemieden (IUCN, 2013).

Biozönose

Die Ährenmaus kommt im Verbreitungsgebiet sympatrisch mit anderen Mäusen vor. Dies ist insbesondere die Hausmaus (Mus musculus) (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Ernährung

Die Art ernährt sich hauptsächlich von Sämereien. Die Futterpflanzen stammen hauptsächlich aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Nahrungshabitate weisen eine Größe von 45 bis 145 m² auf (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Ährenmaus erstreckt sich je nach Vorkommen von Februar bis in den Oktober hinein. In einer Saison kommt es zu 4 bis 5 Würfen, ein Wurf besteht aus 4 bis 11 (6) Jungtieren. Der Nachwuchs kommt nackt, zahnlos, blind und taub zur Welt. Das erste Fell stellt sich am 1. oder 2. Lebenstag ein, die Ohrmuscheln öffnen sich gegen Ende der zweiten Lebenswoche. Die Zähne brechen nach 13 bis 15 Tagen durch, die Augen öffnen sich am 17. bis 18. Lebenstag (Sokolov, Kotenkova & Michailenko, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die Ährenmaus gehört demnach noch nicht zu den bedrohten Arten. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft und der Zerstörung natürlicher Lebensräume in einigen Regionen Europas kann davon ausgegangen werden, dass Populationsrückgänge in Zukunft wahrscheinlich sind. Auf landwirtschaftlichen Flächen wird die Ährenmaus als landwirtschaftlicher Schädling angesehen (IUCN, 2013).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Ährenmaus unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind adriaticus Kryštufek & Macholán, 1998, mehelyi Bolkay, 1925, petenyi Kryzhov, 1936, sergii Valch, 1927, acervator Petényi, 1882, acervifex Petényi, 1882, canicularius Petényi, 1882 und caniculator Petényi, 1882.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899.
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066.
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999.
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X.
  • Die Maus, Frankh Kosmos Verlag. ISBN 3440094219.

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